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„Symphony of the Names" – Eine neue Form des Erinnerns

30.11.2012

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Am 1. Dezember 2011 jährte sich die erste Deportation von Juden aus Württemberg und Hohenzollern zum 70. Mal. Mindestens 959 Männer, Frauen und Kinder wurden damals unter unmenschlichen Bedingungen in vier Tagen nach Riga deportiert. Nur sehr wenige überlebten. Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg nahm diesen Jahrestag zum Anlass, mit der von dem Stuttgarter Komponisten Florian Käppler geschaffenen „Symphony of the Names“ an die Opfer dieser ersten Deportation zu erinnern.

Für die eindrucksvolle Klanginstallation hat Florian Käppler die Namen der 959 Menschen in Melodien umgesetzt. Jedem Buchstaben des Alphabets ordnete er einen Ton zu und übersetzte die einzelnen Namen in eine Partitur. Die „Symphony of the Names“ besteht also aus 959 individuellen Melodien, die so einzigartig sind wie jeder einzelne Deportierte es war. Aus einer anonymen Masse von 959 Deportierten wurden so 959 Individuen, die vier Tage lang wieder zu hören waren.

Die Partituren konnten in einem schwarzen Kästchen erworben werden. Der Erwerb begründete eine Patenschaft, die dazu anregen sollte, dem Schicksal der/des jeweiligen Deportierten nachzuspüren. Einzelpersonen, Gruppen, Vereine und Schulklassen konnten sich so aktiv an der Erinnerung an die Deportation beteiligen. Die Notenschrift konnte einen besonderen Platz im Lebensumfeld der Paten erhalten: Manche schrieben ein Theaterstück über das geschehene Unrecht, andere recherchierten in Archiven, fuhren in die ehemaligen Wohnorte der Deportierten, sammelten für einen Stolperstein, drehten ein Video, schufen Skulpturen und künstlerische Installationen oder erarbeiteten schulische Präsentationen.

Rund ein Jahr später liegen die ersten Ergebnisse der intensiven Suche nach den Spuren der Deportierten vor. Am 4. Dezember 2012 präsentieren Einzelpersonen, Künstlergruppen und Schulklassen von 15 bis 21 Uhr ihre Form des Erinnerns an die jüdischen Männer, Frauen und Kinder. Nicht zuletzt soll diese neue und intergenerationelle Form des Erinnerns diskutiert werden.

Das Programm für das Patentreffen finden Sie unter http://www.hdgbw.de/geschichtsvermittlung/symphony-of-the-names/programm-patentreffen-2012

Datum:     Dienstag, 4. Dezember 2012
Uhrzeit:    15 bis 21 Uhr
Ort:            Otto-Borst-Saal im Haus der Geschichte Baden-Württemberg
Eintritt:      frei

Erstellt in: Veranstaltungen, Allgemein

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