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Gibt es Filmaufnahmen aus der NS-Zeit aus Stuttgart und Württemberg?

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Die Frage stellte Leslie S., United States Holocaust Memorial Museum in Washington.

Die wohl bedeutendste Sammlung von Filmaufnahmen ist die so genannte Stuttgarter Kriegsfilmchronik. Sie wurde 1941 vom Stuttgarter Oberbürgermeister Karl Strölin beauftragt. Zwischen 1941 und Sommer 1944 wurden insgesamt 58 Einzelfilme gedreht, die wohl zu einer Gesamtdokumentation zusammen geschnitten werden sollten.

Unter diesen Kurzfilmen findet sich auch ein Streifen über den so genannten Stuttgarter Judenladen. Das Geschäft in der Seestraße 39 war der einzige Ort, an dem jüdische Bürgerinnen und Bürger ihre Lebensmittelmarken eintauschen konnten. Die Aufnahmen zeigen ein stark geschöntes Szenario: Die Regale sind gefüllt und den Stuttgarter Juden geht es offenbar gut. Zahlreiche Zeugenaussagen dokumentieren allerdings das Gegenteil.

Die vielleicht bekannteste Filmaufnahme aus der NS-Zeit in Stuttgart – wenn auch nicht Teil der Kriegsfilmchronik – zeigt die erste Deportation von jüdischen Männern, Frauen und Kindern aus Württemberg und Hohenzollern. Die Aufnahmen wurden Ende November 1941 im Sammellager Killesberg gedreht. Standbilder dieses Films sind im Internet und in Publikationen weit verbreitet.

Sämtliche Filme befinden sich heute im Stadtarchiv Stuttgart. Zur weiteren Information:

     

  • Müller, Roland: Die Stuttgarter Kriegsfilmchronik. Ein besonderer Bestand im Stadtarchiv Stuttgart. In: Archivnachrichten, hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg, Sondernummer September 2005, S. 13.
  • Klegraf, Jupp: Der Stuttgarter „Judenladen". Dokumentation eines fast vergessenen Stücks der Stuttgarter Stadtgeschichte. Stuttgart 2007.
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