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Welche Uniform trugen die Mitarbeiter der Gestapo?

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Eine Frage aus der Abstimmung.

Die Mitarbeiter der Gestapo trugen in der Regel Zivil. Für die Gestapo als Behörde gab es keine eigene Uniform. Eine solche wäre für eine ermittelnde Polizei auch nicht sinnvoll gewesen, da ihre Mitarbeiter darauf angewiesen waren, unerkannt zu bleiben. Wenn Angehörige der Gestapo doch einmal Uniform trugen, dann die der Schutzstaffel (SS) bzw. des Sicherheitsdiensts (SD), einer Sonderformation der SS.

Die Mehrzahl der Gestapo-Mitarbeiter war Mitglied der SS. In den besetzten Gebieten, in die viele während des Zweiten Weltkriegs abgeordnet wurden, war die feldgraue Uniform des SD für Mitglieder der Sicherheitspolizei (Gestapo und Kriminalpolizei) vorgeschrieben.

Entgegen einer verbreiteten Vorstellung gab es auch keinen informellen Dresscode für die Gestapo-Mitarbeiter. In Filmen und in der Literatur wird der „klassische“ Gestapo-Scherge häufig in einen Ledermantel, einen „Gestapo-Mantel“, gekleidet dargestellt. Tatsächlich waren Ledermäntel begehrte Kleidungsstücke, nicht zuletzt weil sie bereits von Offizieren des kaiserlichen Heeres häufig getragen wurden. Der Mantel als Accessoire schien den Träger ein wenig am gesellschaftlichen Ansehen des Militärs teilhaben zu lassen. Ledermäntel waren aber auch sehr schwer und damit eher unpraktisch. Vor allem aber waren sie teuer. Ein Kriminalsekretär der Gestapo hätte mehr als ein Monatsgehalt für den Erwerb aufwenden müssen.

Verbreiteter war deshalb der so genannte Klepper, ein gummibeschichteter Baumwollmantel, der dem Ledermantel in Länge und Schnitt nicht unähnlich war. Die Kennzeichnung von Gestapo-Mitarbeitern durch Ledermäntel ist in Filmen und Büchern also eher als dramaturgisches oder ästhetisches Mittel zu verstehen. Bisweilen sollen sie so wohl auch als Männer, die sich inkognito wähnten und doch für jedermann erkennbar waren, ins Lächerliche gezogen werden.


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