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Das Hotel Silber im Ersten Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg ging auch am Hotel Silber nicht spurlos vorbei. Im Jahr 1916 mietete das württembergische Kriegsministerium für die Garnisonsverwaltung und die Intendantur des XIII. Armeekorps zunächst 20 Zimmer. Bis 1918 stieg der Bedarf des Kriegsministeriums an Unterbringungsmöglichkeiten weiter an, so dass schließlich der gesamte zweite und dritte Stock sowie das Dachgeschoss vom Militär belegt waren – insgesamt 72 Zimmer.

Für den damaligen Besitzer Heinrich Stapff war dies zunächst ein gutes Geschäft, waren so doch regelmäßige Einnahmen garantiert. Die vereinbarte Miete lag allerdings deutlich unter den normalen Zimmerpreisen. Stapff bekam zunehmend Schwierigkeiten, das Hotel zu halten, auf dem mehrere Hypotheken und die dazu fälligen Zinsen lasteten.

Im September 1918 sah sich Stapff gezwungen, den Mietvertrag mit dem Kriegsministerium zum Jahresende zu kündigen. Zwar gelang es ihm noch, eine Entschädigung vor allem für die starke Abnutzung der Räume durch das Militär zu erstreiten, doch die Schulden waren ihm über den Kopf gewachsen. Ende 1918 wurde das Hotel Silber durch den Hauptgläubiger, die Württembergische Vereinsbank, unter Zwangsverwaltung gestellt.

Stapff konnte zwar mit dem Arbeitsministerium einen neuen Mieter zu günstigeren Konditionen für die vom Militär ramponierten Zimmer gewinnen. Das Ministerium überwies das Geld für die Miete jedoch bereits auf das Konto des Zwangsverwalters.

„Zusammenstellung der tägl. Hotelzimmermiete von den Räumen im 2. Geschoß des Hotel Silber“ durch die Garnisonsverwaltung, 25. September 1918

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