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Das N-Referat

In den Berichten der Staatspolizeileitstelle Stuttgart an die Gestapo-Zentrale in Berlin findet sich häufig der Hinweis, das übersandte Material sei „auf vertrauliche Weise bekannt geworden“. Damit war nichts anderes gemeint, als dass die Informationen einem Spitzel zu verdanken waren.

Neben der klassischen, also individuell motivierten Denunziation war das Netz der Spitzel und V-Leute eine wesentliche Informationsquelle der Gestapo. Das N-Referat rekrutierte und instruierte diese Männer und Frauen.

Viele V-Leute arbeiteten aus Überzeugung für die Gestapo. Wenn es der Gestapo aber nicht gelang, in einem bestimmten Milieu oder innerhalb einer bestimmten Personengruppe Freiwillige zur Mitarbeit zu bewegen, wandte sie Gewalt an. Im Falle einer Verweigerung war die Androhung von KZ-Haft ein oft genutztes Mittel. Daneben wurden die V-Leute mit Bargeld, manchmal auch mit Lebens- und Genussmitteln versorgt oder es wurden andere Vergünstigungen beschafft.

Die V-Leute berichteten der Gestapo mündlich oder schriftlich. Zudem sammelten sie belastendes Material, das sie weiterleiteten. Auf diese Weise erlangte die Gestapo vor allem Kenntnis über wichtige Teile der internen Kommunikation der illegalen KPD und SPD. 

Die Gestapo schützte die Identität der V-Leute mit Decknamen und mietete für konspirative Treffen in Stuttgart Wohnungen an.

Wenn es erforderlich war, wurden nicht nur die Informationen mit anderen Behörden geteilt. Auch die V-Leute selbst arbeiteten nacheinander oder auch gleichzeitig für andere Dienststellen. Dies betraf vor allem die Agenten, die in der Schweiz und gegen die Schweiz spionierten: Sie berichteten nicht nur an die Gestapo, sondern auch an den SD und die militärische Abwehr.


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