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Die erste Hakenkreuzfahne am Hotel Silber

Bei der Wahl zum Reichstag am 5. März 1933 erhielt die NSDAP in Württemberg 42 Prozent der Stimmen. Als sichtbares Zeichen der neuen Machtverhältnisse veranlasste der nationalsozialistische Landtagspräsident Christian Mergenthaler am 7. März die Hissung der Hakenkreuzfahne auf dem Landtagsgebäude. Dazu marschierten Einheiten der SA, SS und des Stahlhelms auf.

Nach der Zeremonie zogen diese Verbände zum Hotel Silber, um auch das Polizeipräsidium mit dem Hakenkreuz zu beflaggen. Polizeipräsident Rudolf Klaiber hatte in Erwartung der Ereignisse den noch amtierenden Staatspräsidenten und Innenminister Eugen Bolz (Zentrum) um Erlaubnis gebeten  dieser hatte sie resigniert erteilt. Während Klaiber auf eine Abordnung von SA und SS wartete, um die Flaggenhissung „in Würde“ zu vollziehen, befestigte der Beamte der Politischen Polizei Jakob Wöger mit seinem Kollegen Köhler eine Hakenkreuzfahne an der Fahnenstange auf dem Balkon im ersten Stock. Klaiber ließ die Fahne sofort wieder einholen, um sie wenig später zusammen mit SA-Gruppenführer Dietrich von Jagow erneut zu hissen.

Hermann Mattheiß, ab April 1933 Leiter der Politischen Polizei, benutzte diesen Vorfall, um Klaiber und andere höhere Polizeibeamte zu diskreditieren.


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