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Die Zellen

Im Untergeschoss des Hotel Silber befanden sich drei Verwahrzellen. In ihnen wurden die Gefangenen eingesperrt, während sie auf ihre Verhöre warten mussten. Viele Zeugen berichteten nach dem Krieg von Misshandlungen in den Zellen oder weiteren Räumen im Keller.

Die Zellen waren auf Wunsch des Polizeipräsidiums vor dessen Einzug in das Hotel SIlber 1928 eingebaut worden. Sie waren mit schmalen Sitzbänken ausgestattet, verfügten aber nicht über Pritschen und fließendes Wasser. Mit einer Klingel konnten die Gefangenen einen Gestapo-Mitarbeiter der Wache rufen, der sie zur Toilette führte.

In den letzten Jahren des so genannten Dritten Reichs waren die Zellen häufig überfüllt. Alliierte Luftangriffe hatten die Gefängnisse Stuttgarts beschädigt oder zerstört, so dass die Gefangenen für längere Zeit im Hotel Silber bleiben mussten. So wurden zusätzliche Räume, vermutlich auch der Kohlenkeller, provisorisch als Zellen genutzt.

Eine Zellentüre aus dem Hotel Silber ist überliefert. Sie schloss mutmaßlich nicht eine der drei ursprünglichen Verwahrzellen, sondern den als Zelle umfunktionierten Kohlekeller. Dafür sprechen die zahlreichen Einritzungen der Gefangenen auf der Innenseite der Türe. Die eingeritzten (und entzifferbaren) Daten stammen ausschließlich aus den Jahren 1944 bis 1948. Es liegt also nahe, dass die Türe zu einer provisorischen Zelle gehörte, die nach den Luftangriffen und der Zerstörung der Stuttgarter Gefängnisse 1944 im Keller eingerichtet und nach dem Ende des Kriegs von der Stuttgarter Polizei weiter genutzt wurde. Des Weiteren steht fest, dass die Türe noch 1970 den ehemaligen Kohlenkeller des Polizeipräsidiums verschloss.

U.a. ritzten zwei polnische Auschwitz-Häftlinge ihre Namen in die Zellentüre.

Die Zellentüre aus dem Hotel Silber verschloss von 1944 bis 1948 eine der Zellen im Keller, undatiert

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