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Schweizer Spione für die Gestapo – Masse statt Klasse

Die Spionageabteilung der Stuttgarter Staatspolizeileitstelle unterhielt mehrere gegen die Schweiz gerichtete grenzübergreifende Nachrichtennetzwerke. Sie warb Exil-Schweizer an, die ihrerseits entweder selbst in der Schweiz spionierten oder dort in Eigenregie ein Netzwerk an Informanten aufbauten.

Die Nachrichten selbst wurden von Kurieren übermittelt, die die auch während des Kriegs offene Grenze mehr oder weniger problemlos passieren konnten.

Die Gestapo interessierte sich für Art und Ort von militärischen Befestigungsanlagen, die Schweizer Rüstung und für alle Informationen über die in dem neutralen Land angesiedelten Botschaften und Geheimdienste der Alliierten.

Bei der Anwerbung von Informanten und Spionen ging die Gestapo nach der Devise „Masse statt Klasse" vor. Sie setzte darauf, in den nationalistischen und rechtsradikalen Schweizer Kreisen ein unerschöpfliches Reservoir an Informanten zu haben. Für Ausbildung und gesicherte Nachrichtenwege wurde nicht viel Energie aufgewandt. Tatsächlich konnte die Schweizer Gegenspionage schon recht früh einen großen Teil des deutschen Spionagerings sprengen und ihre Schweizer Mitglieder verhaften.

Siegfried Feger, Spion für die Gestapo, undatiert
Mit Geheimtinte auf die Rückseite eines harmlosen Briefs geschriebene Aufträge Fegers an einen Schweizer Informanten, 22. Mai 1942

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